Dekotipps,  Möbel

Küchenorganisation

Gegen die chaotische Lagerhaltung

Die Küchenorganisation ist ein echtes Problem, am Wochenende suchte ich den Zimt. Es ist zwar noch nicht wirklich Weihnachten, aber für ein tolles Zwetschgenkompott braucht man nun einmal ein bisschen Zimt. Meine ich jedenfalls – aber ich fand die Handvoll Zimtstangen nicht, die ich glaubte zu besitzen. Die sind wohl dem letzten Curry zum Opfer gefallen, dachte ich dann und erklärte so auch unseren Gästen den fehlenden Geschmack. 

Am Montag beim Aufräumen fand ich dann das Tütchen mit etwa sechs Zimtstangen, da hatte ich dann aber keine Zwetschgen mehr … 

Schwören wir der chaotischen Lagerhaltung ab

Das Problemchen hat jedenfalls dazu geführt, dass ich der chaotischen Lagerhaltung doch abgeschworen habe. Ich habe also alle Pülverchen, Kräuter, Mehle und Flüssigkeiten sauber abgefüllt. Das ist auch sehr viel hygienischer, als es in aufgerissenen Tütchen irgendwo in Schränke bröseln und tropfen zu lassen. Von Schädlingen wie etwa Mehlmotten mal ganz abgesehen. Aber über solche Fürchterlichkeiten wollen wir hier wirklich nicht sprechen. 

Glasschubladen für alle Kleinigkeiten

Nun habe ich mich für ein kleines Regal mit Glas- und Keramikschüben entschieden. Sie sind so herrlich altmodisch und erinnern mich an meine Kindheit. Um genau zu sein an die Küche meiner Oma und ziemlich gute Pfannkuchen!

Meine Oma hatte tatsächlich eine Küche, in der es noch Glasschübe gab. Meine Mutter fand sie immer etwas altmodisch, sogar altbacken. Sie hatte niemals eine Beziehung zu diesen Schüben aufgebaut. Aber ich erinnere mich an köstliches Teigschlecken, wunderbaren Apfelduft – mein Lieblingspfannkuchen ist nämlich Apfelpfannkuchen – den ersten Pfannkuchen, der immer verunglückte und die Handbewegung meiner Oma, die den Zucker direkt aus der Schütte gleichmäßig auf dem Pfannkuchen verteilte. 

Waren waren bei Omas gut aufgehoben

Für mich war es das perfekte Essen – und wenn ich ehrlich bin, hat sich da bis heute nicht sehr viel daran geändert. Dieser warme süße Fladen schmeckt immer noch irgendwie nach der Küche meiner Oma. Weil ich bei ihr, als ich noch kleiner gewachsen war, auf der Arbeitsfläche in der Nähe der Glasschübe saß. Ich erinnere mich noch, dass auch immer eine der Schubladen mit Vanillezucker bestückt war. Nicht, wie man ihn heute fertig kauft, meine Oma machte ihn selbst. In dem aufgeschnittene Vanilleschoten mit dem Zucker in der Schublade steckten. Er schmeckte herrlich intensiv, und wenn man sehr ehrlich ist: er schmeckte eben nach Vanille und nicht so künstlich. Wenn man die Schublade herauszog, wanderte einem sofort dieser süßliche Duft in die Nase. 

Später lehnte ich am Schrank daneben und schaute meiner Großmutter zu. Im Gegensatz zu vielen anderen Pfannkuchen wurden ihre Pfannkuchen nicht nur mit Mehl, sondern mit sehr feinen Haferflocken gemacht, irgendwie ein bisschen bäuerlicher als ein feiner Crêpe, aber ich mag es bis heute besonders gerne!

Grundregeln der Küchenorganisation – und die klingen so einfach, man muss es nur auch machen

Ansonsten verfahre ich bei meiner Küchenorganisation nach fünf Grundregeln, die ich mir von meiner Oma abgeschaut habe. Sie hatte eine außerordentlich gute Küchenorganisation, Sie hat nie etwas wegschmeissen müssen, weil es irgendwie in Vergessenheit geraten ist und vor allem hat sie, ziemlich flott, ziemlich leckere Sachen zaubern können.

  • Bewahre alle Gegenstände genau da auf, wo Du sie brauchst. Das ist, zugegeben, ein sehr schwieriger Part, weil die Küchen heute eher kleiner Natur sind. Aber Geschirr sollte nach Möglichkeit in der Nähe der hoffentlich vorhandenen Spülmaschine sein. Gewürze, Töpfe, Pfannen und Utensilien in der Nähe des Herdes. Schüsseln in Nähe der Arbeitsfläche, auf der Du alles zubereitest. Und wenn man noch schnell ein Gewürz nachjustieren muss, ist es auch wenig sinnvoll, es am anderen Ende der Küche oder in einem Speisekämmerchen aufzubewahren. Ein Speisekämmerchen … *schwelg* … naja, in einem anderen Leben vielleicht.
  • Bewahre alles „sortenrein“ auf, erstens ist dann mehr Stauraum im jeweiligen Schrank, und zweitens muss man nicht so lange suchen.
  • Verpackt alles sauber in Gläser durch die man durchsehen kann. Dann hat man direkt den Überblick oder beschriftet es sehr auffällig. In Schubladen, in die man von oben schaut also eher auf dem Deckel als an der Seite. Sonst muss man eben doch alles anfassen – und es ist dann doch immer in der letzten Dose, wenn man etwas sucht.
  • Dinge, die Du häufiger benutzt, sollten gut zugänglich sein. Es eignen sich also Schränke mit Schubladen, oder wenn das einfach nicht drin ist, kann man die Gegenstände auch auf einem Tablett so arrangieren, dass man auch in einem normalen Regalfach eine Schublade „faked“. Dinge, die man weniger braucht – also etwa die Ausstecher für die Weihnachtsplätzchen – dürfen dann auch in den Keller. Vorausgesetzt, man erinnert sich Weihnachten auch daran und muss nicht in der Not zum Spritzgebäck greifen.
  • Einfach mal was loswerden! Das ist kein echter Küchentrick, das gilt eigentlich für jeden Haushaltsgegenstand. Ein Dutzend Spülbürsten bringen leider auch nicht automatisch sauberes Geschirr. Ich habe es auch oft versucht, genug Spülschwämme und Bürsten für alle Heinzelmännchen zu bevorraten, bis ich begriffen habe, dass die Küche morgens nicht deshalb nicht aufgeräumt ist, weil die Heinzelmännchen nicht genug Spülschwämme hatten.
  • Direkt anschließend daran:  Jeden Tag auf dem Weg zur S-Bahn eine Flasche mit zum Glas-Container zu nehmen ist deutlich weniger anstrengend, als sich vor der nächsten Party einen Bruch an den Überresten der letzten großen Party und aller Zwischenparties zu heben. Es hört sich logisch an, aber daran gehalten habe ich mich jahrelang auch nicht. Seitdem ich es tue, habe ich zwar endgültig den Status des Erwachsenen erreicht – aber auch sehr viel weniger Stress, wenn am Abend doch jemand spontan vorbeikommt. 

Jetzt ist meine Küche organisiert und schön zugleich! Und das ist gerade bei einer offenen Küche, wie wir sie häufiger in modernen Wohnungen haben, so wichtig. Damit man eben doch jederzeit einen Gast herein lassen kann! Und die schönsten Parties feiert man nun einmal in der Küche, aber nicht mit Spülschwämmen …