Rezeptwelt

Es muss nicht immer bounty sein …

Es wird ja allgemein zu wenig gebacken … auch bei uns. Und weil das eigentlich viel zu schade ist, musste mal wieder die Kitchen Aid angeschmissen und der Ofen angeheizt werden. Herausgekommen ist eine Art gebackene Meuterei auf der Bounty, es ist irgendwie Schokolade und Kokos, aber im Großen und Ganzen eben kein schmotziger Schmatzriegel.

Ein Schokoriegel? Das ist ein Schmatzriegel … und ohnehin nicht Bio.

Meine Mutter nennt bis heute jede Form von Schokoladenriegel einen Schmatzriegel, demnach könnt Ihr Euch vorstellen, wie viele Schmatzriegel ich so in meiner Kindheit bekommen habe. Ich kann mich kaum erinnern. Außer an Malzlollies aus dem Reformhaus … und aus der Familie der Schmatzriegelverwandten, also in diesem Fall eine Nuss-Nougatcrème mit dem Namen Samba. Samba schmeckte sandig, wenig schokoladig, hatte aber einen hohen Nussanteil und wurde im heimischen Biomarkt gekauft. Ich habe also wirklich viel aufzuholen was raffinierten Industriezucker und möglichst behandelte Schokolade angeht. Denkt man, stimmt aber nicht. Es ist nämlich viel schlimmer, aber ich habe mich so sehr daran gewöhnt, dass ich möglichst viel selbst herstelle und möglichst wenig Convenience Produkte verwende. Meine Besuche im Bioladen und bei heimischen Bauern muss ich demnach nicht erklären. Ich kaufe auch keine Rote Grütze, ich koche sie selbst … aber dazu ein anderes Mal. Dieses Mal zu meiner Meuterei auf der Bounty, die mit Sicherheit so gut gelingt, dass es eine Meuterei auf der Bounty geben mag, aber nicht an der heimischen Kaffeetafel. Ich möchte behaupten, das funktioniert bei jeder Schwiegermutter! 

Kokos  – und schon denkt jeder an „ohne Schokolade“

Es gibt immer mal wieder Raffaello-Crème-Irgendwie Cupcakes. Und das traurige daran ist immer, dass sie einfach aus Raffaello bestehen. Da kann ich nur entrüstet ausrufen: OHNE SCHOKOLADE? Das kann ja nix werden! Zumal mir der Verzicht auf Schokolade durch Einsatz von besonders viel Kokosfett und Geschmacksverstärkern etwas schleierhaft erscheint. Aber bitte, meinetwegen. Trotzdem sollte man es einmal selbst ausprobieren … es ist ganz einfach, extrem gut vorzubereiten und ziemlich lecker: versprochen!

Ich mache also eine Art Raffaello Crème selbst, und die ist also selbstverständlich mit Schokolade, allerdings auch in meinem Fall mit Kokosfett, aber irgendwie muss die Kokosnuss da ja rein. 

Kokoscrème

Man lässt etwa 200 Gramm weiße Schokolade schmelzen und vermengt das Ganze dann mit 400 ml Kokosmilch (Sahne geht auch, aber Kokosmilch macht es noch kokossiger), dann kommen da noch 200 Gramm Creamed Coconut hinein und je 150 Gramm Puderzucker und Palmfett. Und dann noch 150 Gramm neutrales Öl. Mir persönlich ist das Ganze dann ein bisschen zu schmierig fettig, also gebe ich immer noch etwa 200 Gramm Kokosflocken dazu. Gerne auch mehr oder weniger. Es kommt darauf an, wie „grieselig“ man es mag. 

Die Mischung kann man jetzt auf kleine Weckgläser verteilen und einfach in den Kühlschrank stellen. Es hält ziemlich lange, also theoretisch. Praktisch kann man es aber auch ziemlich schnell aufbrauchen. Für das Häubchen der nun folgenden Cupcakes braucht man etwa 250 Gramm – ich habe es aber auch schon mit mehr gemacht. 

Richtig dunkle Cupcakes

Diese Cupcakes sind aus einem amerikanischen Kochbuch, man braucht also eigentlich keine Waage – wenn da nicht das Problem mit den Buttersticks wäre. Sehr ärgerlich. 

Zunächst schlägt man drei große Eier mit einem Cup Zucker und 175 Gramm Butter schaumig. Dann gibt man nach und nach je ein ¾ Cup Schokoladenpulver und Mehl dazu, ½ TL Backpulver und 1 TL Vanilleextrakt. Alles zusammen würde jetzt eine ziemlich süße und schwere Geschichte werden, also kommt noch ½ Cup Sour Cream dazu, aber es funktioniert auch mit Naturjoghurt. Ich persönlich mag auch gerne noch Schokoladenstückchen in einem Cupcake, also gebe ich als letztes immer noch ein paar Schokotropfen hinzu. Das Ganze wird auf Cupcakes verteilt – oder man backt eben einen Kuchen in einer Springform, das funktioniert auch ganz gut, die darauf folgende Dekoration geht ein bisschen schneller. Alles zusammen backt man bei 160°C – etwa 20 bis 25 Minuten. Einfach mal den Stäbchentest machen, dann ist man auf der sicheren Seite.

Und jetzt geht es an das Icing – das ist ein bisschen „tricky“, aber schmeckt göttlich. Man muss sich nur trauen. 

Icing – einfach am Abend vorher vorbereiten und kühl stellen

150 Gramm Zucker werden mit zwei Eiweiß über dem Wasserbad so lange aufgeschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Es muss richtig miteinander verbunden sein, damit man keine Zuckerkristalle mehr zwischen den Fingern spürt, wenn man etwas von der Masse zerreibt. Das ist der beste Trick für einen hammerheftigen Eisschnee. Das Ganze wird nämlich nun (nicht mehr über dem Wasserbad, versteht sich) richtig steif geschlagen – und da fällt garantiert nichts mehr aus dem Topf, wenn man fertig ist. Nach und nach gibt man nun die Kokoscrème zimmerwarm in die Eimasse – also man macht nichts anderes als bei einer Buttercrème, nur eben ohne Butter. Das Ganze lässt man am besten direkt in der Spritztüte mindestens eine Nacht durchkühlen und kann dann die Cupcakes dekorieren. Alles zusammen kann man jetzt dekorieren, mit Zuckerperlen oder auch Himbeeren und Kokosflocken. Wie man es am liebsten hat!

Und diese Cupcakes sind sogar von einem echten Kokoshasser gegessen worden.

Rezepte zum Download

Hier könnt Ihr die Rezpte downloaden und ausdrucken, viel Spaß beim Nachbacken! 

Rezept Dunkle Cupcakes

Rezept Kokoscreme