Selbermachen

Es war einmal …

… ein alter Tisch, ein alter Stuhl und ein Bett. Wirklich formschön und doch altmodisch. Was soll man machen? Tanja & Sari finden einen Weg.

Wir wollten schon immer mal ein Märchen schreiben und für die Möbelstücke, die Sari und Tanja unter ihre Fittiche nehmen, gilt das wohl auch. Denn es sind alte Möbel, die zunächst vielleicht noch in einem Sozialkaufhaus oder auch bei Sperrmüllsammlern Gnaden finden würden. Jedenfalls war das früher so.

Upcycling – mitten in der Gesellschaft angekommen

Das Upcycling ist inzwischen nicht nur ein fest stehender Begriff, und beinahe jeder kann sich etwas darunter vorstellen. Es gibt auch immer mehr Menschen, die es schon einmal selbst ausprobiert haben. Irgendwie finden wir nämlich immer mehr auch Gefallen an alten Gegenständen. Eben jenen Möbeln, die unsere Elterngeneration noch großzügig für den Sperrmüll rausgestellt hat. Unsere Elterngeneration denkt zwar vielleicht nicht mehr über IKEA Möbel, dass sie lackierte Orangenkisten sind, aber genau das ist auch das Problem. Wenn ein neuer Tisch schon für weit unter hundert Euro beim großen Schweden zu erstehen ist, warum sollte man sich dann Mühe geben, einen alten Tisch wieder in Ordnung zu bringen?

Ja, warum überhaupt Upcycling?

Weil Upcycling irgendwie etwas ganz besonderes ist. Man kann einen Gegenstand nicht nur behalten, sondern ihm auch noch neues Leben einhauchen. Dabei verliert der Gegenstand aber keineswegs den alten Erinnerungswert. Im Gegenteil, dadurch, dass er in die Mitte der neuen Generation rückt, bleibt die Erinnerung wach. Denn es war doch immer der Küchenstuhl von Oma. Man hat vielleicht gemütlich am Küchentisch gesessen – in jungen Jahren vielleicht noch gepolstert auf einem Kissen – und Pfannkuchen gegessen. In seinem neuen Look wird man immer wieder an den Pfannkuchen erinnert, und der Stuhl ist trotzdem ein modernes Möbelstück.

Modern und doch ein Erinnerungsstück

An dieser Stelle sollten wir zurück in unser Märchen von einem alten Möbelstück eintreten. Das Möbelstück der Oma, zu schön zum Wegwerfen und doch irgendwie altbacken. Mit dem modernen Streifen, einem Splash, etwas Möbelwachs und ganz viel Geduld wurde aus dem Stuhl ein echter Hingucker. „So einen hatte ich auch mal, ich fand den irgendwie zu altmodisch, aber so ist er ja großartig!“ war die erste Reaktion zu diesem Stuhl! Tanja betont das Holz dieses massiven Möbels, schließlich gibt es das heute viel zu selten. Robust kann es wirklich Generationen überdauern, und der Farbklecks ist der moderne Touch, den es brauchte. Es ist wie ein kleines Makeup, das die Schönheit einer Frau unterstreicht.

Zwei Wege in ein märchenhaftes Leben

Etwas neues Leben hat Tanja dem Möbel ebenso gegeben wie Sari es tut – es ist nicht vergleichbar, und doch harmoniert es so wunderbar. Bei uns war es nämlich einmal eine alte Nähmaschine, die Maschine selbst ist schon lange nicht mehr funktionstüchtig gewesen. Irgendwann wurde sie aus dem Schränkchen genommen, das Schränkchen selbst litt unter der Last von diversen Kleinigkeiten in einem Keller. Das Schränkchen war auch nicht sehr massiv, aber es war klein, und die kleine Größe ließ es überdauern. In einer Ecke. Als es Sari dort fand, sah sie nur die Form und einen kleinen Damenschreibtisch. Es passt wunderbar, einfach in eine kleine Ecke.

Gemeinsam sind die stark

Dazu kombinieren wir einen Stuhl von Tanja, die Blautöne harmonieren wunderbar, sie ergänzen sich. Mit einer kleinen Schreibtischlampe haben wir einen neuen Raum geschaffen, denn seien wir ehrlich, jeder braucht auch mal einen kleinen Schreibtisch. Der Damenschreibtisch für die kleine Post zwischendurch.

Die Dekoration mit dem persönlichen Touch

Mit Sari & Tanja und ihren unterschiedlichen Arten, aus einem alten Möbelstück ein neues zu machen, zeigen wir, dass die Welt nicht nur weiß getüncht werden muss. Es gibt so viele Wege, alte Möbel frisch zu gestalten und in unsere moderne Welt zu übertragen. Es braucht nur wenig, das richtige Handwerkszeug, ein paar kleine Tricks und etwas Phantasie. Die Phantasie zu erkennen, was die Stärken und Schwächen eines Möbelstückes sind.

Wenn man selbst einfach mal Hand anlegen will

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Inzwischen hat es sich schon sehr herumgesprochen, dass man häufig auch mit wenigen Handgriffen ein Möbelstück umgestalten kann. Jedenfalls ist das die häufige Meinung. „Ich hatte noch den alten Couchtisch, ein bisschen Farbe und schon war der total toll!“. Es ist eine Menge Spaß, wenn man einen Gegenstand umgestaltet, aber es ist eben auch durchaus Arbeit. Man muss das Möbelstück vorbereiten und schließlich auch in einer geeigneten Farbe streichen. Es ist keine Sache von fünf Minuten, man sollte sich wirklich Zeit nehmen. 

Es gibt aber auch Situationen, in denen ein Überstreichen eines Möbelstückes nicht unbedingt die beste Idee ist. Wir haben das alles schon gesehen, wunderschöne Biedermeierschränke, die einfach getüncht wurden. Dabei waren sie in einem wundervollen Schellack und vergleichsweise gut erhalten. Da kann ein Biedermeierschrank wirklich einer mittleren Katastrophe gleichen. Also haben wir uns überlegt, was kann man mit welchem Möbelstück eigentlich tun, was wäre ein Sakrileg und was eine echte Chance für eine zusammengewürfelte Stuhlsammlung aus mehreren Leben.

Wir haben also lange darüber nachgedacht, was mit einem Möbelstück passieren soll, wir haben Ihnen eine kleine Gedankenstütze vorbereitet. Eine Art Checkliste für die Dekoration mit dem persönlichen Touch – was kann man mit welchem Möbel eigentlich machen.