Möbel

Einfach nur ein Hocker?

Man denkt ja nie darüber nach, aber ein Hocker ist wirklich praktisch! Warum widmen wir nicht viel mehr Zeit diesem kleinen Tausendsassa im Haushalt?

Eigentlich habe ich den Hocker unter den Einrichtungsgegenständen bisher immer vernachlässigt. Und das ist einfach nicht fair, ein Hocker kann nämlich viel mehr, als nur eine mögliche weitere Sitzgelegenheit zu sein. Ich hatte es lange Zeit einfach nur vergessen, weil ich keinen Hocker brauchte, dachte ich jedenfalls. 

Die Wende zum Hocker

Vor meinem letzten Umzug stand ich mit relativ wenigen Sachen in meiner neuen Wohnung und musste hier und da improvisieren. Bis heute tue ich es eigentlich ganz gerne, die Improvisation ist irgendwie mit dieser Wohnung zu meinem Markenzeichen geworden. Und dazu gehört auch eine gewisse artfremde Verwendung mancher Gegenstände. Ich werde sicherlich häufiger davon erzählen, aber heute ist es der Hocker.

Für den Popo altbekannt

Ich habe wahrscheinlich in meinem Leben genauso lange auf einem Hocker gesessen, wie auf einem Stuhl. Ich habe nämlich nicht nur sehr gerne, sondern auch sehr ausgiebig Klavier gespielt in meinem Leben und möchte mich hier an dieser Stelle auch noch einmal sehr förmlich bei unseren Nachbarn entschuldigen. Ich muss schon sehr genervt haben, und ich erwartete eigentlich immer den gellenden Schrei „FIIIIIISSSS, verdammt noch Mal!“ von nebenan, der kam aber nicht. Ich vermute Ohropax oder nur einen sehr dicken Geduldsfaden. Wer weiß. Aber so hatte ich meinen Klavierhocker und damit fing alles an. In meiner neuen Wohnung stand also mein Klavier und sonst sehr wenig. Anfänglich auch wenig Stühle, und so musste immer mal wieder jemand auf den Klavierhocker ausweichen. 

Wenn man einen Nachttisch braucht

Irgendwann stand endlich unter meiner Matratze auch ein Bettgestell, auf das ich ausgesprochen lange warten musste – und plötzlich fiel die Nachtlektüre in unendliche Tiefen, das Handy lag auf dem Boden, und ich drohte aus dem Bett zu stürzen wenn ich den Wecker ausstellen wollte. Ein Nachttisch musste her. Und hier kann vielleicht jeder mein Schicksal nachvollziehen, der schon einmal einen Nachttisch gesucht hat. Pest und Cholera stehen relativ günstig zu Verfügung, die Heilung gibt es dann aber nur für Preise, die fast utopisch erscheinen. Naja, fast ist etwas untertrieben! Sie SIND utopisch. 

Der Hocker wird zum Nachttisch

Also musste zunächst der Klavierhocker dran glaube, inzwischen sind die Klavierhocker durch zwei alpenländische Stabellen ausgetauscht worden, was total skurril in einem schlichten weißen Schlafzimmer wirkt. Aber auch irgendwie eine gewisse Gemütlichkeit mit sich bringt. Der Hocker allerdings hat mich als Einrichtungsgegenstand nicht mehr verlassen. Ich finde ihn einfach toll und besitze inzwischen mehrere Hocker. Er ist schnell verstaut, wenn man ihn nicht benötigt, weil er einfach unter einem Tisch verschwinden kann. Und das vollständig. Oder man benutzt ihn als Beistelltisch neben dem Sofa, neben dem Bett oder einem Sessel, und wenn man dann noch eine weitere Sitzgelegenheit benötigt: Voilà, da ist sie schon. 

Ein absoluter Lieblingshocker

Während ich früher immer gerne noch zwischen Hocker und Teetasse ein Tablett drapiert habe, ist es bei meinem neuen Lieblingshocker nicht mehr unbedingt notwendig. Aber ich möchte nicht nur von Not sprechen, sondern vielmehr davon, dass dieser Hocker eigentlich viel zu schön ist, um ihn einfach mit einem Tablett abzudecken. Der Hocker aus altem Ulmenholz hat Patina, obwohl er nicht unbedingt als Hocker geboren wurde. Vielmehr wird aus alten Dachbalken etwas neues erschaffen. Mit einem schönen Teebecher von Michiko Shida ist er noch viel schöner! Da liest man auch gerne mal ein Seitchen mehr!