Rezeptwelt

Die grüne Kiste

Im Sommer wird gegrillt, gesmoked und Salat vorbereitet. Warum nicht einfach Rohkost in einer grünen Kiste drappieren? Denn „Dippen“ macht auch Spaß!

Das Grillen ist ein sehr männliches Hobby, archaisch ruft der Traummann dann mit Schürze und schwerem Grillbesteck bewaffnet: „ICH HABE FEUER GEMACHT!“. Und was bleibt der Küchenfee?

Salat waschen, Salat schnipseln, Salat mischen, Salat anpreisen und vor allem Salat in Kinder reinzwingen. „Iss bitte auch etwas Gemüse zu Deinem x-ten Würstchen!“, höre ich mich ständig flöten. Es ist frustrierend, spätestens, wenn die fröhliche Brut sich mit dem nächsten Würstchen Richtung Sandkasten oder auch Planschbecken verabschiedet – mit den Worten „Jaha, glahaich!“

Wir kennen Euer „Jaha, glahaich!“, und wenn wir ehrlich sind, wir haben es früher exakt genauso gerufen, bevor wir der Sandburg einen Anbau verpasst haben. Ich kann dieses „Jaha, glahaich!“ schon hören, als Zwischenton der surrenden Salatschleuder. 

Rohkost für den Vitaminhaushalt

Und dann erinnerte ich mich an den Sommer in Frankreich, als einfach eine große Schüssel mit sehr viel Rohkost auf den Tisch gestellt wurde. Dazu gab es eine köstliche Aioli. – Ich möchte nicht darüber nachdenken, wie die Luft aus dem Schnorchel all die Abbauprodukte der ätherischen Öle konzentriert in die Luft blies. – Aber es war köstlich. Und es war wirklich schön anzusehen, wie der Nachwuchs Möhren knabberte. Bei der letzten Grillparty war ich soweit und beschloss: Hier wird nicht mehr geschnipselt, ich habe keine Lust mehr! Ich kämpfe für den Vitaminhaushalt der Familie in der Küche und leide so als Einzige unter einem Vitamin D Mangel, weil ich nur von der Küchenlampe beschienen werde.

In der Schüssel war alles geschält und gesäubert, aber nichts wirklich vorbereitet. Die Sachen bleiben knackig, wenn man sie auf ein feuchtes Tuch legt, und die Vorbereitungszeit wird deutlich verkürzt. 

Warum nicht einfach eine Holzkiste benutzen?

Für die letzte Grillparty habe ich das Gemüse geputzt und dann, wie auf einem wunderschönen Markt in Südfrankreich, in einer alten Kiste drappiert. Meine Kiste ist von Bashews aus Südafrika. Jetzt, für unsere heimische Grillparty, erinnere ich mich an diese Eindrücke und verbinde sie miteinander. Die Schüssel mit der Rohkost aus Südfrankreich und die Kiste von Bashews, die bei yourstruly in Kapstadt für Zitrusfrüchte und Äpfel, sowie Brot genutzt wurden. Das sieht hübsch aus, und dann schmecken die Brote und frisch gepressten Säfte aus den Früchten auch noch herrlich! Unsere Gäste kannten die Eindrücke nicht, aber ich erinnerte mich und fühlte mich gleich ein wenig wie im Urlaub. Vielleicht lag das aber auch daran, dass ich erstens sehr viel weniger Zeit in der Küche verbringen musste, und zweitens dabei zusehen konnte, wie sich die Kinder in Rohkost mümmelnde Häschen verwandelten. 

Eine ganze Kiste ist zu viel?

Wenn wir alleine sind, nehme ich immer die schöne Schüssel von Bloomingville aus der Serie Simone. Sie ist so schön, weil sie so anders ist. Das Porzellan erinnert mich dann in seiner unebenen „Fältelung“ an Papier, die Außenstruktur ist rau und unglasiert, und die Schale wirkt sogar sehr schön, wenn Sie „nur“ noch halbvoll ist. Weil sie für sich alleine wirkt, wie ein kleines Kunstwerk.

Rohkost – so ohne alles?

Rohkost alleine ist vielleicht nur bedingt ein Genuss, also sollte man vielleicht einen schönen Dipp dazu machen, und ich liebe Aioli. Die meisten meiner Freundinnen sind nicht ganz sicher, ob man sich wirklich die Mühe geben muss. Aber meine Aioli ist wirklich als idiotensicher zu bezeichnen. Wenn einem ständig ein kleiner Mensch zwischen den Beinen herumschwirrt, und ein anderer großer Mensch nur mal eben schnell probieren möchte, dann sollte man auf idiotensichere Rezepte zurückgreifen. Alles andere endet in einer Katastrophe und Convenienceprodukten. In der schönen sommerlichen Bol Kalomira in blau-weiß oder auch grau-weiß sieht die Aioli übrigens wirklich wie im Sommerurlaub aus.

Das Rezept

Als Rohkost kann man eigentlich alles verwenden, was roh gut schmeckt und ungefährlich ist. Also Möhren, Radieschen, Rettich, Kohlrabi, Staudensellerie, Chicorée, Paprika, Tomaten oder auch Gurken. Toll sind aber auch Mairübchen, rote kleine Rettiche, Rote Beete, Fenchel und sogar Blumenkohl und Brokkoli. 

Man weicht eine Scheibe entrindetes Weißbrot in Milch und etwas Weißweinessig für fünf Minuten ein und drückt dann die überschüssige Flüssigkeit vollständig aus. Hier müsste man nun den Knoblauch in einem schweren Mörser mit dem Brot vermengen – aber wir wollten es ja idiotensicher. Also die möglichst frischen Knoblauchzehen einfach mit einer Knoblauchpresse zerkleinern und mit dem Brot in einen Mixer oder eine Küchenmaschine geben. Je nach Geschmack kann man etwa vier Knoblauchzehen nehmen. Das ganze wird leicht gesalzen und mit einem Eigelb sowie etwas Zitronensaft vermengt. Und nun kommt das wovor die meisten Menschen Angst haben: Das Olivenöl muss in einem dünnen Strahl zugegeben werden. Man benötigt bei einem Eigelb etwa 350 ml sehr guten Olivenöls. Da der Geschmack sehr intensiv sein wird, sollte es einem auch kalt und nicht zubereitet gut schmecken. In der Küchenmaschine geht das alles sehr schnell, das Öl verbindet sich nach und nach mit dem Eigelb, und es entsteht eine sehr cremige und schwere Aioli. Mit den Gemüsesticks ist die Aioli einfach perfekt. Da die Aioli aber mit einem frischen Ei gemacht wird, sollte man sie nicht zu lange aufbewahren – aber es ist eher unwahrscheinlich, da sie wirklich sehr lecker schmeckt.

Viel Spaß beim nächsten Grillen! 

Das Rezept hier noch einmal im Überblick: Rezept_Die-gruene-Kiste