Dekotipps

Die Loggia als Skihütte

Weihnachten ist vorbei und trotzdem will ich den Winter noch nicht ganz abschütteln. Ich liebe den Winter, weil der Schnee und die Kälte einfach wundervoll sind, um sich zu Hause einzukuscheln, einen Glühwein oder Punsch zu trinken und im Kerzenlicht inmitten von Kissen und Decken zu sitzen und zu lesen. Das ist eine eigene kleine Hüttenromantik. Natürlich ist mir bewusst, dass gerade in der Stadt der Winter Schneefegen, Schneematsch und vor allem Verkehrschaos bedeutet. Aber wäre es nicht schön, auch in der Stadt einen Platz zu haben, an dem er seine Winterromantik ausleben kann?

Der Traum: die eigene Skihütte

Ich wurde also am Dreikönigstag wach und beschloss, auf der Loggia eine Art kleiner Skihütte aufzubauen. Ich liebe diesen Alpencharakter.

Ich kenne eine kleine Stube, die ich als Vorbild für meine neue Loggia sehe, sie ist so alt und urig, dass man immer wieder zurückkommen möchte. Man sitzt warm an einem Kachelofen, trinkt köstlichen Glühwein und isst glasierte Maronen. Diese wunderbare Stube, in der ich auch das Bild für den heutigen Blog geschossen habe, gehört zwei älteren Damen. Sie sind Schwestern und bekannt für Ihre Gastfreundschaft. Und für Ihren Glühwein. Vielleicht ist es auch in erster Linie der Glühwein und dann erst die Gastfreundschaft. Bestimmte Eigenschaften von Menschen werden ja durch den leichten Genuss belebender Getränke nur verstärkt. Das gehört aber nun einmal zum Après Ski und ist echtes Alpengefühl. Und genau das will ich jetzt für unsere Loggia, eine kleine Verlängerung des Winterurlaubs.

Die Loggia unserer Wohnung ist ohnehin auf wirklich jeder Party ein Mysterium, sie ist einfach der echte Rückzugsort für jeden Gast. Also vor allem für kleine Gästegruppen. Es gab schon Beobachtungen von Gästekleinstgruppen und dem ersten Kuss! Also alles wildromantisch bei uns.

Naja, eigentlich.

Man kann sich einen Balkon – sogar mit dem wirklich schönen Namen Loggia – auch wirklich schön trinken. Und das muss jetzt ein Ende haben. Im Sommer sind Loggien, Balkone und alles andere immer schön. Aber im Winter ist das nur mit Punsch zu ertragen. Und damit meine ich nicht die Kinderversion. 

Die Veränderung einer winterlich vernachlässigten Loggia in eine kleine Skihütte sollte ja eigentlich kein Problem sein, war mein erster Gedanke! Also habe ich mich ein bisschen auf die Suche nach Kleinigkeiten gemacht, die das Winterträumchen abrunden. Und es ist überhaupt nicht so viel!

Fußkälte vertreiben

Fußkälte ist eigentlich das unangenehmste an jeder Skihütte, jeder Loggia und jedem Balkon im Winter. Genau deshalb hält man es nicht aus! Die Kälte kriecht von unten an einem hoch, und schon hat man zwar einen netten Abend an der frischen Luft, aber schon am nächsten Tag eine Blasenentzündung. Ja Jungs, so ist das nun einmal, und das kann ja niemand wollen. Also habe ich auf dem Speicher einen alten Teppich gefunden und einfach mal auf die Loggia gelegt. Leider ist ein alter Perser nicht unbedingt das, was man immer mal auf dem Speicher findet. Aber es muss auch kein kostbarer Perser sein. Schließlich liegt der Teppich draußen! Vielleicht findet sich ja das eine oder andere Teil bei Euren Eltern oder Großeltern. Das reicht nämlich völlig. Im Notfall tut es aber auch ein Flickenteppich, die waren ja mal richtig in und finden sich sicherlich irgendwo. Seit wir sie nicht mehr in der Wohnung ertragen können. 

Wirklich der Ort für eine Eckbank!

Die Eckbank ist wirklich etwas schwierig. Eine Küche mit einer Eckbank gilt gemeinhin als wirkliches Zeichen der echten Spießigkeit. Aber das Problem ist, denkt mal an einen Abend in einer urigen Hütte. Man sitzt auf einer Eckbank, und es gibt nichts gemütlicheres! Man sitzt eng beieinander, der Wein fließt in Strömen – das ganze ist also in Sachen Spaß wirklich kaum zu überbieten. Und weil das so ist, wurden die Clubsofas für den Außenbereich überhaupt erst eingeführt. Man will es loungig, und mit eben einer solchen Loungeecke kann man das auch sehr gut umsetzen. Es muss eben nur gemütlich sein. Wenn Ihr jetzt noch eine alte Stabelle oder so findet – das sind die Stühle mit dem Herzen im Rücken – seid Ihr mit den harten Fakten eigentlich schon fast fertig.

Leider haben wir selbst nur einen Steintisch auf dem Balkon, viel schöner wäre natürlich ein alter Holztisch. Wenn Ihr es also noch authentischer haben wollt, solltet Ihr unbedingt auf eine Art alten Brauhaustisch oder noch viel besser vielleicht wirklich auf einen Tisch aus der Alpenregion zurück greifen. Auf alle Fälle muss der Tisch eine gescheuerte Oberfläche haben.

Decken und Kissen zum Einkuscheln

Nachdem die Füße richtig warm sind, und wir auch bequem sitzen und einen Platz für die Getränke haben, muss man nur noch ausreichend Decken und Kissen ansammeln. Wir haben uns für eine Mischung aus Flokati und erdfarbenen Kissen und Decken entschieden. Dazu gibt es einen kleinen Stilbruch: Jeans. Auf dem Jeanspouf kann man die Füße hochlegen. Die Mischung aus Erdtönen und einem Perserteppich kann fast ein bisschen trist wirken, das Blau der Jeanskissen bringt etwas mehr Farbe ins Spiel und bildet einen sehr schönen Kontrast.

Alpine Dekoration

Die Alpine Dekoration kann nun wirklich gefährlich werden. Das ganze kann schnell schrecklich künstlich wirken, es ist also eine Gradwanderung zwischen zu bäuerlich und zu künstlich. Also suchen wir nicht die gefälschten Alpendekorationen sondern eben die echten. Dann braucht man eigentlich auch nicht so viele Dekorationen sondern das ganze klappt auch schon mit ganze wenigen Accessoires. Vielleicht habt Ihr noch alte Skier von Euren Großeltern oder auch Euren alten Kinderschlitten. Wir haben Kerzen aufgestellt. Toll ist aber auch eine Holzschale für Nüsse, oder eine Kiste mit Orangen aufgebaut.

Und dann sind da die alten Skier. Auf der Suche nach dem Perserteppich haben wir sie einfach gefunden. Und gibt es etwas besseres? Nein! Vielleicht findet Ihr noch ein paar Zapfen, Steine, Tannenzweige oder sogar eine Kuhglocke (die aus den Andenkenläden) oder vielleicht sogar ein Geweih. Damit kann man den Alpencharme noch weiter abrunden. Und wer seinen Balkon noch mehr in eine echte Skihütte verwandeln will, kann auch zu einem rot-weißen Vichycaro greifen. Dann wird es richtig urig. Fehlt nur noch ein Käsendondue und fertig ist die nächste Party. 

Die richtigen Getränke

Jetzt brauchen wir nur noch die richtigen Getränke für die nächste Party am Wochenende, dann sollte alles stimmen. Niemand braucht diesen fertig gemischten Glühwein aus dem Supermarkt, der mit seinen ganzen Gewürzen nur den Wein übertüncht. Probieren wir doch etwas anderes, einen Rotwein mit etwas Zitrone beispielsweise. Nicht zu süß, sondern eher frisch. Zuckern kann man es dann selbst, jeder nach seinem Wunsch. Für alle diejenigen, die keinen Alkohol trinken wollen, haben wir auch noch den „Alkohol-ist-auch-keine-Lösung-Punsch“, der nur aus Orangensaft, Apfelsaft und schwarzem Tee und ein paar Spritzern Zitronensaft besteht. Und ein paar Kleinigkeiten, eigentlich nur etwas braunem Zucker, Piment, Nelken, Zimt und ein paar Stücken frischen Ingwer. Wunderbar frisch und ein bisschen gesund ist er auch!

Wir wünschen Euch viel Spaß auf Eurem Skihüttenbalkon! Wir feiern unseren dann am Wochenende!