Rezeptwelt

Der Rezepttipp: Apfel and Ingwer

Ein traditioneller Apple Pie mit einem kleinen Zusatz

Wir haben schon seit Jahren eine alte Pieform im Schrank, es ist einer von den Gegenständen, die man mit einem guten Vorsatz kauft. Und dann nie benutzt. Fröhlich einzuordnen in die Kategorie MaMüMaMa – man müsste mal machen. Und an diesem Wochenende ist es endlich soweit. Es gibt einen Apple Pie mit einem kleinen Geheimnis! Schließlich fängt die Apfelernte jetzt an und eine Mischung aus Apfel mit Ingwer ist etwas ganz wunderbar köstliches.

Wie wird aus Apfel mit Ingwer denn ein Pie?

Ein schöner Pie braucht vor allem eine Kruste, in der das Obst im Ofen langsam vor sich hin gart – jetzt kann man einen ganz einfachen Mürbeteig nehmen, der besteht aus Mehl, Salz und Butter. Ja. Gut. Nun denn. Mmmh.

Ich kann Euren Einwand hören und Ihr habt Recht, es soll ein Kuchen werden, also wo bitte sind Eier und Zucker. Stimmt die fehlen und das kann einfach nicht sein. Also erinnerte ich mich daran, dass meine Mutter immer von einem einfachen Mürbeteig sprach und von einem gehaltvollen Mürbeteig. Es scheint da also Unterschiede zu geben. Gehaltvoll klingt schon deutlich mehr nach Kuchen und passt irgendwie auch besser in mein Weltbild. Für eine normale Pieform braucht Ihr etwa 500 g fertigen Teig. Aber nehmt einfach ein Mürbeteig Rezept Eurer Wahl – jeder hat da ja sein eigenes. Es muss aber nicht unbedingt ein süßer Mürbeteig sein.

Ich habe einen kleinen Trick, eigentlich muss der Teig ein bisschen kalt stehen, damit er auch beim Backen wirklich mürbe wird. Das dauert mir aber alles zu lange – also bereite ich die Pieform vor, auch den Deckel. In Handwarm verarbeitet sich das alles viel besser. Und jetzt lege beides in  den Kühlschrank. Während es vor sich hin chillt kann ich in aller Ruhe die Füllung vorbereiten und muss nicht hinterher mit einem steinharten Teigkloß kämpfen. Klappt super.

Diese Teigplatten und Böden für die Pieform kann man übrigens auch spitze richtig vorbereiten und im Tiefkühlschrank haben. Packt sie nur gut ein, damit sie nicht plötzlich nach Fischstäbchen schmecken. Wenn bei uns Überraschungsgäste kommen, gibt es beispielsweise meistens Tarte Tatin. Und jetzt verrate ich, was ich niemals offiziell zugeben würde. Ich bin natürlich nicht so organisiert, dass ich das alles noch im Handumdrehen, in Pumps mit fleckenfreier Schürze vorbereiten würde. Nein. Im Gegenteil. Ich bin gerne chaotisch, habe aber sehr viele Tricks das inzwischen zu vertuschen. Weil ich eben nur einen Deckel für die Tarte Tatin Form aus dem Tiefkühlschrank nehme. Jedes Mal ein Hit!

Für den Boden benötigt Ihr etwas 3/5 des Teigs, für den Deckel 2/5 – ausrollen und die gebutterte und gemehlte Form ausschlagen. Den Deckel könnt Ihr auch schon mal richtig schön in Form bringen und ein paar Einschnitte machen, damit beim Backen die Feuchtigkeit der Äpfel entweichen kann.

Man benötigt für die Füllung etwa 900 gr fertig geschnittene Äpfel, das ist also ein gutes Kilo in ungenutzter Form. Die Äpfel werden also geschält und in recht dünne Scheiben geschnitten. In einer Schüssel überträufelt Ihr die Äpfel Zitronensaft und reibt Ingwer über die Äpfel. Danach werden die Äpfel mit Mehl und Zucker bestäubt. Es muss alles schön umantelt sein. Danach schichtet Ihr die Äpfel bitte sorgfältig in die Form, an den Rändern solltet Ihr nicht über die Pieform hinaus schichten, in der Mitte geht das schon. Es muss eine kleine Apfelkuppel sein. Jetzt kommt der Deckel auf den Kuchen und wird an den Rändern mit der unteren Teigplatte verbunden, ich benutze immer eine Gabel. Es gibt herrliche Arten, die Platten miteinander zu verbinden, aber ich bin ungeduldig. 

Wer es lieber klassisch mag, kann den Ingwer auch durch Zimt und ein bisschen frisch geriebene Muskatnuss ersetzen. Es schmeckt dann übrigens ein bisschen wie die Luxusversion der Apfeltasche beim goldenen M. Dann ist es wirklich der Klassiker. Bei sehr sauren Äpfeln braucht man eher 300 gr Zucker.

Apfelschorle für Fortgeschrittene

Apfelschorle ist wohl das beliebteste und schlichteste Mixgetränk der Welt. Wasser, Apfelsaft – fertig. Ja, das ist ganz lecker, es geht aber auch deutlich besser. Kocht Euch einen frischen Ingwertee – also sehr viel frischer Ingwer mit Wasser auf dem Herd gerne auch etwas länger kochen lassen. Im Sommer bereite ich das gerne literweise vor, denn es ist auch kalt ein echter Genuss und wirklich gesund. Und jetzt tauscht Ihr einfach das Wasser in der Apfelschorle durch den (inzwischen) kalten Ingwertee. Supererfrischend! Im Winter ändere ich das Wasser-Apfelsaft-Mischungverhältnis von 1:1 zu etwa 1:3 und erhitze den Apfelsaft selber. Es ist köstlich wärmend und eine echte alkoholfreie Alternative zu Glühwein!